Biologisch- dynamischer Gartenbau
Zu La Fontaine gehören acht Hektar Land. Für die Landwirtschaft genutzt werden davon zurzeit circa fünf Hektar als extensives Grünland (Pferdeweiden) und etwa ein Hektar wird für den Gemüse-, Obst- und Getreideanbau. Diese Anbaufläche können wir auf zwei Hektar erweitern. Das Land befindet sich auf ca. 750 Metern Höhe.
Der landwirtschaftliche Bereich wird seit Frühjahr 2009 von Jan Darmstadt- Keher Singh (geboren am 13.02.1984 in Hamburg) nach der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise geleitet. Der gelernte Landwirt hat seine praktischen Kenntnisse seit 2003 auf verschiedenen Höfen in Europa vertieft. Zurzeit befindet er sich außerdem in der Lehrerausbildung für Kundalini-Yoga und Gatka (traditionelle Kampfkunst der Sikhs).
Das landwirtschaftliche Hofleben und das yogische Gemeinschaftsleben (Sangat) Link Kontakt bilden für uns eine Einheit. Diese leben wir bewusst im Sinne einer gegenseitigen Bereicherung. Wir bemühen uns um ein Gleichgewicht zwischen der weltlichen, praktischen Arbeit und unserem Sein auf dem spirituellen Weg.
Persönliches von Jan Keher Singh
Das Ziel der Landwirtschaft auf La Fontaine ist nicht die Arbeitserledigung oder eine gewaltige Produktion von Erzeugnissen. Es geht uns vielmehr um eine innere Haltung der Gewahrsamkeit, Verbundenheit und Hingabe. Durch sie erleben wir die Arbeit als Tor zu einem meditativen Seinszustand. Voller Freude, liebevoller Zuwendung und mit einem demütigen Staunen erfahren wir die lebendigen Prozesse der Natur. Achtsamkeit in der gemeinschaftlichen Arbeit und menschlichen Begegnung entfalten Prozesse in uns. Ein Same kann reifen, erblühen und neues Leben entstehen lassen. Dies wird vor allem in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen spürbar. Es entsteht eine Verschmelzung der Wahrnehmung von äußerer Welt und Innenleben. Dualität und Trennung heben sich auf.
Die Erfahrung auf La Fontaine zeigt uns, dass wir mit solch einer achtsamen inneren Haltung viel mehr von der Natur geschenkt bekommen, als wir je erwartet hätten.
Jan Keher Singh: „Meine Vision ist es, in La Fontaine die Lehren von Yogi Bhajan mit der heilenden, führenden Energie von Guru Ram Das und die Anthroposophie durch R. Steiner authentisch und lebendig zu verinnerlichen. Ich wünsche mir, dass sie unseren Alltag durchdringen und wir dadurch unsere Einheit mit der Welt wahrnehmen und erfahren. Hier kann ich innerhalb der Gemeinschaft Beruf, Yoga-Weg und spirituelles Wachstum verwirklichen. Für mich ist es grundlegend, dass ich versuche, diese Elemente im täglichen Tun, in der Begegnung mit anderen Menschen und in jedem Moment zu leben.
Kulturen
Unsere Gemüse-Kulturen im Freiland bestehen aus Kartoffeln, Möhren, Rote Beete, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Kürbissen, Zucchini, Bohnen sowie Tomaten.Die beiden Gewächshäuser mit jeweils 200 qm ermöglichen uns eine ganzjährige Bewirtschaftung und Ernte. Hier bauen wir Spinat, Feldsalat, Kopfsalate, Mangold, Fenchel, 10 verschiedene Sorten Tomaten, Gurken, Radieschen, Rettiche, Kohlrabi, Basilikum und Melonen an, sowie diverse Küchenkräuter und Heilpflanzen. Die benötigten Jungpflanzen dazu werden bei uns angezogen.
Im Obstbau bewirtschaften wir einige Apfel-, Birnen-, Kirsch-, Aprikosen- und Mirabellenbäume. Himbeeren, rote und schwarze Johannisbeeren und Brombeeren geben die Grundlage für die eigene Herstellung unserer Marmeladen.
Außerdem bauen wir Winterweizen, Roggen und Einkorn für unsere Brotproduktion an und um die Vielseitigkeit der Fruchtfolge zu erweitern.
Unser Ziel auf La Fontaine ist eine möglichst weitgehende Selbstversorgung.
Einen Teil unserer Garten-Erzeugnisse vermarkten wir auf einem lokalen Wochenmarkt. Besonders gefragt sind dabei unsere Möhren. Dies verbindet uns auch mit den Menschen unserer Region.
Auch beliefern wir das Yoga-Festival in Frankreich und die Sikh-Dharma Tage in Deutschland mit frischem Gemüse und Marmeladen.
Uns ist es wichtig, den Hof als ganzen Organismus zu betreiben. Das Saatgut für unsere Kulturpflanzen gewinnen wir zum Teil selbst durch eigenen Samenbau.
In Zusammenarbeit mit den Forstbetrieben schlagen wir im Winter in den umliegenden Wäldern Brennholz für eine wohlige Wärme in der kalten Jahreszeit. Zum Teil rücken wir in den Wäldern auch Holzstämme mit Pferden.
Bodenbearbeitung / Dammanbau / Pferdearbeit
Alle Kulturen im Freiland werden in Dammkulturen angebaut mit einer Arbeitsbreite von ca. 70 cm. Dadurch erhöhen sich im Boden Fruchtbarkeit, Struktur und Erwärmung. Die Oberfläche wird größer und der Bodenbereich für das Wurzelwachstum vertieft sich. Dammkulturen erleichtern uns das Unkrautmanagement und die Pflege der Kulturpflanze mit Hilfe der gezogenen Geräte durch die Pferde.
Die Bodenbearbeitungen auf unseren schweren Lehm-Tonböden erfolgen pfluglos und oberflächennah mit Pferdekraft und beinhalten grubbern, eggen, meißeln, häufeln, striegeln und hacken. Diese Arbeiten haben das Ziel, günstige Bedingungen für das Bodenleben und besonders für die Regenwürmer zu schaffen. Durch sie erfolgt die wesentliche, wahre Bodenbearbeitung und sie gelten als Indikator für Bodenfruchtbarkeit.Bei der Pferdearbeit kommen vor allem moderne Geräte der Firma Prommata, z. T. auch traditionelle Gerätschaften und Eigenkonstruktionen zum Einsatz. Es ist möglich, den praktischen Einsatz der Geräte und die Führung des Pferdes mit Jan Keher Singh direkt zu erfahren und zu erlernen.
Das Besondere der landwirtschaftlichen Pferdearbeit gegenüber einer maschinellen ist die viel geringere Bodenverdichtung. Die Arbeit mit Pferden ist nicht nur eine lebendige und ökologische, sie macht auch keinen Lärm. Sie fördert den direkten Austausch und Kontakt zwischen Mensch und Tier sowie unter uns Menschen und hat zudem eine therapeutische Wirkung.
Bodenfruchtbarkeit / Düngung / Fruchtfolge
Die Bodenfruchtbarkeit versuchen wir zu erhalten und aufzubauen durch die Düngung mit verrottetem Mistkompost von 30 Milchziegen unseres Hofnachbarn. Auch bauen wir große Mengen Gründüngungen aus eigenen Leguminosen-Mischungen an.
In manchen unserer Kulturen wachsen auch während der Vegetationszeit Leguminosen- und Kleeuntersaaten gemeinsam mit der Kulturpflanze. Wir versuchen, dass alle Felder durch eine Winterbegrünung geschützt sind. Die Kombination aus tierischem Dung und Gründüngungen, gezielter, respektvoller Bodenbearbeitung mit biologisch- dynamischen Präparaten und unsere liebevolle menschliche Präsenz schaffen eine nachhaltige und zukünftige Landwirtschaft in La Fontaine.
Biologisch-dynamische Präparatearbeit
Die biologisch-dynamische Landwirtschaft basiert auf den Lehren der Anthroposophie nach Rudolf-Steiner und seinen 1924 gehaltenen Vorträgen über eine zukünftige, spirituelle Landwirtschaft.Die biologisch-dynamischen Präparate beinhalten sechs verschiede Heilpflanzenpräparate, die den Komposthaufen mit homöopathischer Wirksamkeit impfen und die Fruchtbarkeits- und Rotteprozesse fördern und seelisch-geistig beleben.
Alle benötigten Kompost- und Feldspritzpräparate werden in La Fontaine selbst hergestellt. Regelmäßig bringen wir die beiden von Hand gerührten Feldspritzpräparate selbst aus: Hornmist auf den Boden und Hornkiesel auf die Blätter der Pflanzen.
Auch beziehen wir kosmische Konstellationen, Mondphasen und Planetenrhythmen in unsere praktische Arbeit mit ein.
Wir befinden uns gerade im Prozess der Demeter Demeter Zertifizierung.
Praktika / Seminare
Zu jeder Saison empfangen wir gerne Praktikanten, auch über die Woofing- Organisation.
Jan Keher Singh bietet landwirtschaftliche Praktika (auch über Waldorfschulen) ab einem Aufenthalt von mindestens zwei Wochen an.
Auch sind Praktika, Schulungen und Tages-Seminare zu folgenden Themen möglich:
- Biologisch-dynamische Landwirtschaft - Bodenfruchtbarkeit durch Gründüngung
- Herstellung und Anwendung der bio-dynamischen Präparate
- Moderne Pferdearbeit im Gemüsebau
Kontakt für Landwirtschaft, Pferdearbeit und Praktika:
Jan Darmstadt – Keher Singh
3HO La Fontaine
05300 Barret sur Méouge
Tel. 04 92 65 27 29
E-mail:

